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Corona - nur ein Märchen oder schreckliche Realität?

"Es war einmal ein Kirchenchor, der sich seit Beginn des Jahres in den Chorproben akribisch mit der «Missa brevis» in C-Dur des Engländers Robert Jones beschäftigte, um mit dem lateinischen Gesang am Ostersonntag im Hochamt zu glänzen. Doch plötzlich und unerwartet kam ein Virus über die gesamte Menschheit, das das Leben auf dem ganzen Erdkreis komplett veränderte und alle Planungen und Vorhaben über den Haufen warf."
So oder so ähnlich hätte die Einleitung in einem Märchen lauten können. Aber die Coronapandemie ist kein Märchen, sondern schreckliche Realität !

Als die Leiterin des Kirchenchores St. Cyriakus Salzbergen, Luise Grottke, in Absprache mit Pfarrer Michael Langkamp und Liedervater Alfred Kaiser am 13. März 2020 das am darauffolgenden Tag terminierte Stimmbildungsseminar wegen des sich inzwischen auch in dieser Region verbreiteten Coronavirus absagte, waren viele Sängerinnen und Sänger des Chores enttäuscht, weil sie für dieses Samstagmorgenseminar bereits Kuchen und Plätzchen gebacken sowie Kaffee, Tee etc. eingekauft hatten.
Als mit der gleichen Rundmail an alle Chormitglieder auch noch die beiden nächsten Chorproben für den 17. und 24. März vorsorglich abgesagt wurden, machten sich einige Chormitglieder zudem Sorgen, wie man in den verbleibenden 2 Chorproben die Karfreitagsliturgie und die Jones-Messe mit dem schwierigen "Gloria" für die Ostermesse noch hinbekommen sollte.

Wie sich später herausstellen sollte, waren diese Sorgen unbegründet, denn wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte der Landkreis Emsland als die für die kreisangehörigen Gemeinden zuständige Gesundheitsbehörde in seiner "Allgemeinverfügung" vom 17. März 2020 u. a. alle Zusammenkünfte in Kirchen etc. sowie in Gemeindezentren bis Sonnabend, den 18. April 2020, verboten. Im Ergebnis bedeutete diese Anordnung für den Kirchenchor St. Cyriakus: Bis zum 18. April keine Chorstunden, kein Anstimmen der Choräle am Gründonnerstag, keine gesangliche Mitwirkung bei der Karfreitagsliturgie und keine Jones-Messe im Hochamt am Ostersonntag!

Inzwischen ist das gesamte gesellschaftliche Leben nicht nur in unserer Gemeinde zum Erliegen gekommen. Fernsehen und Printmedien berichten ständig über steigende Fallzahlen und auch über zunehmende Todesfälle durch die Epidemie. Der Kontakt zu den Mitmenschen ist erheblich eingeschränkt; in den Krankenhäusern und Altenheimen sogar gänzlich untersagt.

Eine ganz andere Wertschätzung erhält in dieser Zeit das Internet. Über YouTube richten nicht nur Politiker Apelle an die Bürgerinnen und Bürger. Auch die Kirche macht sich dieses Medium zu Eigen. So berichtet Pastor Langkamp auf dem neuen Kirchplatz über die gesellschaftlichen Veränderungen in unserer Gemeinde durch die Coronapandemie und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass hoffentlich bald wieder Normalität in unserer Gemeinde einkehrt. Das Gitarrenduo Michael Hackenberg & Andrea Hoormann geben schöne Lieder mit besinnlichen Texten und Bildern aus der Kirche zum Besten. Der kirchliche Mitarbeiter Artur Wenker berichtet von zu Haus aus seinem Homeoffice. Und wer sich an den Sonntagen am 22. und 29. März die Gottesdienste aus der St. Dionyskirche in Rheine im Internet angeschaut hat, der konnte sich davon überzeugen, dass es auch der Salzbergener Chorleiterin, die in Rheine wohnt und als Kantorin in der menschenleeren Stadtkirche fungierte, gut geht.

Die Gesellschaft hat sich durch die Coronapandemie grundlegend verändert. Wie lange dieser Ausnahmezustand noch anhalten oder sogar noch verschärft werden wird, ist nicht vorhersehbar. Die Politiker im Bund machen in ihren Interviews keine Hoffnung, dass es bis zum 19. April d. J. Lockerungen in den gesellschaftlichen Beschränkungen geben wird. Eher ist mit dem Gegenteil zu rechnen, denn der Landkreis Emsland hält in seiner v. g. "Allgemeinverfügung" eine Verlängerung der Einschränkungen durchaus für möglich.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Coronakrise wie jedes Märchen mit einem Happyend endet. Allerdings sollte dieser Bericht in Anbetracht der weltweit vielen Todesopfer nicht mit dem letzten Satz aus einem Märchen enden, sondern mit den 3 markanten Worten der Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Bewältigung der Flüchtlingskrise im Jahre 2015: "Wir schaffen das !"


Neuaufnahmen und Ehrungen beim Kirchenchor St. Cyriakus Salzbergen
Hermann Scheffer schied nach 19 Jahren als Notenwart aus

In der diesjährigen Generalversammlung des Kirchenchores St. Cyriakus Salzbergen, die im Anschluss an die gesanglich mitgestaltete Hl. Messe für die lebenden und verstorbenen Chormitglieder im Hotel Bolte stattfand, konnte Vorsitzender und Liedervater Alfred Kaiser neben den zahlreich erschienenen Chormitgliedern insbesondere Präses Pfarrer Michael Langkamp, den stellv. Vorsitzenden des Kirchenvorstandes Jürgen Brinkers und den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates Herbert Löchte begrüßen.

Nach dem Gedenken der seit der letztjährigen Mitgliederversammlung verstorbenen Chormitglieder Anni Reckers, Elfriede Piepel, Josef Niemeier, Lore Reckers, Margret Hövels, Gerd Kruse und Gertrud Schäfer, berichtete der Vereinschef, dass sich der Chor im Jahre 2019 in 39 Chorproben auf 20 Auftritte vorbereitet habe. So habe er neben den Gottesdiensten zu den kirchlichen Hochfesten z. B. auch den Gottesdienst zur Einführung der beiden indischen Ordensschwestern, den Firmgottesdienst, die Fronleichnamsprozession mit anschließender Einweihung des neuen Kirchplatzes gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Marien Holsten-Bexten, das Fest der Begegnung sowie das alljährliche Lichterfest, gesanglich mitgestaltet.

Nicht nur die gesanglichen Darbietungen, sondern auch die geselligen Veranstaltungen, wie z. B. der Maigang, das Sommerfest im Garten Eden oder das stimmungsvolle Chorfest, würden Jahr für Jahr neue Mitglieder an den Chor binden. So waren im letzten Jahr mit Angelika Niemeier, Claudia Schmackers, Hermann-Josef Grondmann und Rudolf Kopel 4 Neuzugänge zu verzeichnen, die von Alfred Kaiser durch Übergabe der Ehrennadel des "Allgemeinen Cäcilienverbandes Deutschland" offiziell in den Chor aufgenommen wurden. Mit Stolz wies Kaiser darauf hin, dass der Chor in den letzten 6 Jahren 36 neue Mitglieder gewinnen konnte. Insofern sei dieser mit derzeit 87 Mitgliedern - davon 52 Aktive (17 im Sopran, 13 im Alt, 12 im Tenor und 10 im Bass) - für die Zukunft gut aufgestellt, obwohl eine Verjüngung des Chores durch neue Mitglieder nach wie vor wünschenswert wäre.
Zudem seien im letzten Jahr mit Robert Oldeweme, Karl Elfert und Heinz Mense drei neue Fahnenträger für den Chor gefunden worden, die gemeinsam mit Willi Kaiser und Bernd Wewel für besondere kirchliche Anlässe zur Verfügung stünden.

Mit Bedauern teilte Liedervater Kaiser weiter mit, dass im letzten Jahr mit Else Böhmer, die 35 Jahre der Alt-Stimme angehörte und Ingrid Hövels, die noch bei der letztjährigen Generalversammlung für eine 60-jährige Mitgliedschaft im Sopran ausgezeichnet wurde, 2 aktive Sängerinnen in die passive Mitgliedschaft des Chores gewechselt seien. Alfred Kaiser bedankte sich bei beiden verdienten Sängerinnen mit einem Blumenstrauß für ihr langjähriges Wirken im Chor.

Auch Chorleiterin Luise Grottke bedankte sich bei allen Sängerinnen und Sängern für ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Ihr besonderer Dank galt aber dem scheidenden Notenwart Hermann Scheffer für seine außergewöhnlich große Zuverlässigkeit. Erfreut zeigte sie sich über die 4 neuen Mitglieder und appellierte an die Anwesenden, weiterhin um neue Sängerinnen und Sänger zu werben.

Präses Pfarrer Michael Langkamp bescheinigte dem Kirchenchor eine sehr positive Entwicklung. Der Chor sei mit seinen Stimmen ein Glaubenszeugnis, um andere in den Glauben zu bringen. Insofern lege er weiterhin großen Wert auf die Kirchenmusik, was durch Frau Grottke auch sichergestellt sei.
Abschließend bat er alle Chormitglieder, in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Marien Holsten-Bexten die Fronleichnamsprozession gesanglich mitzugestalten, die in Holsten mit anschließender Einweihung der bis dahin renovierten Kirche stattfinden werde.

Nachdem Kassierer Werner Hettmer seinen Kassenbericht verlesen hatte, erteilte die Versammlung auf Antrag von Kassenprüfer Manfred Gude dem Vorstand einstimmig die Entlastung.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Gisela Wilken einstimmig zur stellvertretenden Vorsitzenden wiedergewählt; ebenso wie Barbara Mülder zur Schriftführerin und Theo Elfert zum Pressebeauftragten.
Da Hermann Scheffer als Notenwart für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand, wurde Regina de Wiljes einstimmig von der Versammlung zu seiner Nachfolgerin bestellt.
Ebenso wurde Monika Prior als Nachfolgerin von Marion Dehmer für 2 Jahre zur Kassenprüferin berufen.

Alfred Kaiser bedankte sich unter großem Beifall der Versammlung bei Hermann Scheffer für sein 19-jähriges vorbildliches Engagement als Notenwart und Mitglied des Vorstandes mit einem Präsentkorb.

Zum Ende der Generalversammlung hatte Alfred Kaiser dann noch die erfreuliche Aufgabe, 3 Sänger für ihre langjährige Mitgliedschaft im Chor zu ehren. So erhielten Dr. Stefan Wichert für seine 10-jährige sowie Karl Pingel und Hermann Scheffer für ihre 30-jährige Mitgliedschaft neben den Dank und die Anerkennung der Versammlungsteilnehmer eine Urkunde vom Vorsitzenden überreicht.



Buntes Programm und gute Stimmung beim Chorfest von St. Cyriakus
Werbung für plattdeutschen Gesang in der Mehringer Heide

"Eenmoal in't Joahr is Kärkenchorfete", mit diesem plattdeutschen Gesang eröffneten die Männer des Kirchenchores St. Cyriakus Salzbergen das diesjährige, von den Altistinnen hervorragend organisierte Chorfest im Mehringer Hürhus. Gerd Ricken hatte das von der Meppenerin Inge Streek komponierte Lied "De groote Visite" umgetextet und versprach mit dem Satz: "… eenmoal in't Joahr Pläseer för di un mi", nicht zu viel, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte.

Der Vorsitzende des Kirchenchores, Alfred Kaiser, hieß daraufhin alle Chormitglieder und deren Partner/innen, insbesondere Ehrenmitglied Helmut Jünemann und Chorleiterin Luise Grottke mit Ehemann, herzlich willkommen. In seiner Begrüßungsrede, die er auch in plattdeutscher Sprache hielt, ging er auch auf die Geschichte des Mehringer Hürhuses ein, das sich von einem Heuerhaus zu einem stark frequentierten Bauernhofcafe mit Swingolfplatz, Maisirrgarten und Salzgrotte entwickelt habe.

In einem dann folgenden Sketch machten Schülerin Anna (Renate Pingel) und ihre Oma (Hedwig Jansen) die Folgen der heutigen digitalen Welt deutlich, denn Anna hatte von Opa ein Buch geschenkt bekommen und wusste damit nichts anzufangen. So fragte Anna zum Beispiel, nachdem sie die erste Seite gelesen hatte, wie man den Text denn jetzt scrollen könne, um das Buch weiterlesen zu können. Oma antwortete: "Einfach nur umblättern!"

Nach einem sehr leckeren und reichhaltigen Schnitzelbuffet mit Beilagen strapazierten eine berühmte Malerin aus Paris (Renate Pingel) mit ihrer Assistentin (Marion Altevolmer) die Lachmuskeln aller Festgäste. Sie zeigten, wie man Personen treffend "ins Bild setzten" kann. So mussten u. a. 5 Männer mit je einem Stuhl im Kreis laufen. Das Bild erhielt den Titel "Geregelter Stuhlgang". Mathilde Grondmann musste sich auf einen Stuhl setzen; Gerd Ricken und Andreas Möller hielten ein Tuch über sie. Der Titel lautete "Ein überspanntes Frauenzimmer". Auch Chorleiterin Luise Grottke blieb nicht verschont. Sie musste sich auf einen Stuhl stellen. Ihr Mann stand vor ihr und hielt sie an einer Schnur. Das dargestellt Bild bekam den Titel "Ein Herr lässt seinen Drachen steigen".

Anschließend stellte Dieter Stein die Frage, wer wohl die beste Chorsängerin sei. Nach kurzer Abwägung kam er zu dem Ergebnis, dass es in einem Chor nicht auf die Beste ankommt, denn ein Chor lebe von der Gemeinschaft aller Stimmen. Wenn alle Stimmen zu einer Einheit verschmelzen, dann sei es manchmal für einen Moment wie im Himmel!

Die Männer des Chores sangen dann erneut unter Leitung von Gerd Ricken und begleitet von Helmut Jünemann am Keyboard das plattdeutsche Lied von "Lütt Anna Susanna". In dem Wechselgesang zwischen den Tenören und Bässen des Chores wurde über die Vorbereitung eines Hausfestes berichtet, bei dem "Jungkerls" erwartet wurden, denen die jungen Mädchen das "Danzen" und "Düken" (Küssen) beibringen wollten.
Das anschließende norddeutsche Lied "Jan Hinnerk wahnt up de Lammerstraat", bei dem Dreiergruppen die einzelnen Strophen als Kettenkehrreim sangen, entwickelte sich zu einem Ohrwurm, der den ganzen Abend immer und immer wieder von verschiedenen Chormitgliedern angestimmt wurde.

Ein fester Bestandteil bei den Chorfesten sind schon seit einigen Jahren die "4 lästernden Tenöre". Sie wurden in der Besetzung mit Dieter Stein, Hermann-Josef Merting, Werner Hettmer und Theo Elfert auch in diesem Jahr wieder ihrem Namen gerecht. Sie wussten nicht nur von überregionalen Themen, wie dem Klimaschutz oder den Bestrebungen zur Neuausrichtung der Kirche, zu berichten. Auch der Bürgermeister, Pastor, Chefküster, Chorvorsitzende und die Chorleiterin waren Bestandteil ihres Beitrages. Insbesondere die Frauen im Allgemeinen mussten einige Lästersprüche über sich ergehen lassen. Da die lästernden Machos sich aber auch selbst auf die Schippe nahmen, wurde ihr Beitrag immer wieder mit Applaus bedacht.

Zum Abschluss der Vorträge teilte Theo Elfert dann musikalisch sein Erlebnis bei einer Doppelbeerdigung von Ehefrau und Schwiegermutter eines Hundebesitzers mit, die aufgrund eines Hundebisses verstorben waren. Nach der Beerdigung mit 400 Trauergästen wurde der Witwer von einem Besucher gefragt, ob man den Hund mal ausleihen könne, worauf der Mann antwortete, dass er sich dann in der Reihe der Trauergäste hinten anstellen müsse.

Zwischen den einzelnen Programmpunkten hatten alle Chorfestteilnehmer immer wieder Zeit, sich intensiv miteinander auszutauschen. Natürlich wurden auch noch gemeinsam einige Lieder gesungen. Am Ende des Festes waren sich alle mit dem Satz aus dem Eingangslied von der "Kärkenchorfete" einig, wo es heißt: "Un wenn se dann an't Ende is, de Kärkenchorfete, freu wi us up't nöchste Joahr un säegget: Gott weäs Dank!"